Expertenvorträge zum Thema "Der schmerzhafte Fuß"

am 11.02.2020

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Neuropsychologie

Die Neuropsychologie beschäftigt sich mit den kognitiven Funktionen des Gehirns, die nach einer Hirnschädigung betroffen sein können. Unter kognitiven Defiziten versteht man „unsichtbare Symptome“, die dem Umfeld nur schwer mitgeteilt werden können und betroffene Patienten häufig verunsichern. Dies sind Funktionsbereiche wie u.a. die Aufmerksamkeit und Konzentration, das Gedächtnis, das Sprachvermögen, die visuelle Wahrnehmung, Handlungsplanung und flexibles Denken, sowie Persönlichkeits-/Verhaltensänderungen. Kognitive Einschränkungen können als Folge von Unfällen (z.B. Schädel-Hirn-Trauma) oder Erkrankungen (z.B. Schlaganfall, Multiple Sklerose, Parkinson, Hirntumor) auftreten.

Aufgaben

Aufgabe der Neuropsychologie ist es zunächst, Art und Ausmaß der kognitiven Defizite festzustellen. Basierend auf dem neuropsychologischen Befund erfolgt im Anschluss eine entsprechende neuropsychologische Therapie. Ziel ist es, den Patienten dabei zu unterstützen, die beeinträchtigten Fähigkeiten wieder zu erlernen, Kompensationsstrategien zu erarbeiten und ihn in seiner Krankheitsverarbeitung zu unterstützen. Die Therapieschwerpunkte orientieren sich an den individuellen Rehabilitationszielen des Patienten.

Diagnostik

Eine neuropsychologische Diagnostik ist eine umfangreiche Untersuchung von kognitiven und emotional-affektiven Funktionen und deren Auswirkungen auf das Verhalten. Dabei werden die verschiedenen Funktionsbereiche standardisiert und systematisch untersucht. Beispielsweise:

  • Visuelle Wahrnehmung (u.a. Gesichtsfeldausfälle, visueller Neglect)
  • Räumliche Wahrnehmungsstörungen
  • Aufmerksamkeitsstörungen
  • Gedächtnisstörungen
  • Exekutive Störungen
  • Rechenstörungen
  • Verhaltensstörungen
  • Krankheitseinsicht und Verarbeitung

Therapie

Die neuropsychologische Therapie beinhaltet folgende Ansätze:

  • Restitutionstraining: durch wiederholtes Üben der beeinträchtigten Funktion soll eine Wiederherstellung bzw. Verbesserung dieser Funktion erfolgen
  • Kompensationstraining: Durch den Einsatz von noch intakten Fähigkeiten werden Strategien vermittelt und eingeübt, um bestehende Beeinträchtigungen auszugleichen.
  • Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung

Ergänzend zu der neuropsychologischen Einzeltherapie erfolgen Gruppentherapien zum Training der visuellen Wahrnehmung bei Gesichtsfeldausfällen und visuellem Neglect, sowie zur Krankheitsverarbeitung. In Zusammenarbeit mit der Ergotherapie wird zudem ein computergestütztes Hirnleistungstraining durchgeführt.

Unser Therapieangebot

  • Therapie kognitiver Funktionen (z.B. Aufmerksamkeit, Gedächtnis, räumliche Funktionen, exekutive Funktionen), u.a. mittels computergestützter Therapieprogramme
  • Kompensations- und Restitutionstrainings zur Behandlung von Gesichtsfeldausfällen (Gruppen- und Einzeltherapie, sowie eigenständiges Training)
  • Unterstützende und ressourcenorientierte Gespräche zur Krankheitsverarbeitung (Gruppen- und Einzeltherapie)
  • Psychoedukation individuell zum Krankheitsbild (Einzeltherapie oder in angebotenen Patientenseminaren zum Thema Schlaganfall und Multiple Sklerose)
  • Beratung von Angehörigen