Weiterbildung

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

Die Weiterbildungszeit zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie umfasst entsprechend der Weiterbildungsordnung der Landesärztekammer Schleswig-Holstein vom 15.06.2005:

  • 24 Monate Basisweiterbildung im Gebiet Chirurgie („Common Trunk“)
  • 48 Monate Weiterbildung zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie („Special Trunk“)

Gemäß Weiterbildungsermächtigung ist Herr Prof. Dr. Rüther zur Basisweiterbildung von 1,5 Jahren und für die spezielle Weiterbildung von 4 Jahren ermächtigt. Ein sechsmonatiges Modul der Basisweiterbildung in der Intensivmedizin wird im Hause sowie eineinhalb Jahre der speziellen Weiterbildung werden in der Klinik für Unfallchirurgie am UKE und in der Kinderorthopädischen Klinik am Kinderkrankenhaus Hamburg Altona abgeleistet.

Die Weiterbildung im Fach Orthopädie und Unfallchirurgie kann in Kooperation mit Herrn Prof. Dr. Rueger (Direktor der Klinik für Unfallchirurgie im Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf), Frau Dr. Buurman (Leitende Ärztin der Klinik für Anästhesiologie im Klinikum Bad Bramstedt) und Herrn Prof. Dr. Stücker (Leitender Arzt der Kinderorthopädischen Klinik am Kinderkrankenhaus Hamburg Altona) in unserer Klinik vollständig gewährleistet werden.

Die Weiterbildung gliedert sich in:

  • 18 Monate Basisweiterbildung im Klinikum für Orthopädie, davon 6 Monate Intensivmedizin in der Klinik für Anästhesiologie
  • 36 Monate spezielle Weiterbildung im Klinikum für Orthopädie
  • 18 Monate spezielle Weiterbildung im Rahmen einer Rotation in der Klinik für Unfallchirurgie und in der Kinderorthopädischen Klinik am Kinderkrankenhaus Hamburg Altona.

Die Weiterbildung in der Unfallchirurgie muss dabei nicht am Ende der Weiterbildungszeit stehen, sondern wird organisatorisch bedingt im Laufe der Weiterbildungszeit absolviert.

Weiterbildungsbefugte der Klinik sind:

  • Common trunk 1,5 Jahre (Prof. Rüther)
    1 Jahr Basisweiterbildung
    0,5 Jahre Intensivmedizin
    0,5 Jahre Notfallversorgung (Option zur Rotation Prof. Stücker Kinderkrankenhaus Altona)
  • Special trunk 3 Jahre (Prof. Rüther)
  • Spezielle Orthopädische Chirurgie 2 Jahre ( Prof. Rüther)
  • Orthopädische Rheumatologie 3 Jahre ( Prof. Rüther, PD Dr. Beil)
  • Physikalische Therapie 2 Jahre (Prof. Rüther)

Ablauf der Weiterbildung und Weiterbildungsinhalte

Ziel der Weiterbildung im Klinikum für Orthopädie ist, auf Grundlage einer fundierten chirurgischen Basisausbildung eine orthopädisch-unfallchirurgische Weiterbildung auf dem hohen Niveau einer Universitätsklinik zu gewährleisten. Durch die sowohl regionale als auch überregionale Bedeutung der Klinik mit täglichen ambulanten Sprechstunden und Spezialsprechstunden, einem sehr breiten Operationsspektrum und auch zahlreichen konservativen Behandlungsverfahren kann eine umfassende Ausbildung geboten werden.

Der Ausbildungsstand wird jährlich mit dem Abteilungsleiter und den leitenden Oberärzten besprochen, so dass Defizite insbesondere bei Leistungszahlen beseitigt werden können, um das Ausbildungsziel in der Mindestzeit zu erreichen. Darüber hinaus ist die wissenschaftliche Tätigkeit erwünscht und wird gefördert. Eine Beteiligung an Spezialistenteams und Einarbeitung in Spezialdisziplinen wird ebenfalls unterstützt.

Basisweiterbildung

Die Basisweiterbildung läuft im Grundsatz wie im Folgenden beschrieben ab.

Stationen:

Die Einarbeitung beginnt auf einer der normalen Pflegestationen. Assistenten am Beginn ihrer Ausbildung werden auf der Station einem erfahrenen Assistenzarzt zugeteilt, die zusätzliche Betreuung erfolgt durch den Oberarzt der Station. Lerninhalte sind die konservative Behandlung der Patienten und umfassende peri- und postoperative Betreuung der Patienten unter Berücksichtigung interdisziplinärer Aspekte.

Die Assistenten werden in der Funktionseinheit Zentrales Patientenmanagement an Operationsvorbereitung, Aufnahmeuntersuchungen und die korrekte Patientenaufklärung herangeführt. Hierbei werden die perioperative Schmerztherapie, die Wundbeurteilung und Wundbehandlung sowie die medikamentöse Thrombembolieprophylaxe erlernt.

Ambulanzen:

Die Ambulanztätigkeit erfolgt in den ersten Jahren der Ausbildung an verschiedenen Wochentagen, um die Beteiligung an den allgemeinen orthopädischen Sprechstunden und vielen Spezialambulanzen zu ermöglichen und damit eine umfassende Ausbildung zu gewährleisten. Hauptinhalte sind die korrekte klinische und apparative Diagnostik orthopädischer Erkrankungen und das Erlernen der Indikationsstellung zu konservativen und operativen Therapieverfahren.

Sprechstunden: Endoprothesensprechstunde, Fußsprechstunde, Allgemeine Sprechstunde,Schultersprechstunde, Wirbelsäulensprechstunde, Orthopädische Tumorsprechstunde, Interdisziplinäre Rheumasprechstunde.

Operationstätigkeit:

Im OP erfolgt zunächst bei der ersten und zweiten Assistenz bei einer Vielzahl von Eingriffen der Kontakt mit den wichtigsten orthopädischen Operationsverfahren. Operative Eingriffe bestehen zunächst in kleineren Operationen wie Metallentfernungen, um Zugangswege und grundlegende Präparationstechnik zu erlernen. Alle Operationen finden unter Anleitung eines Oberarztes oder erfahrenen Facharztes statt.

Bereitschaftsdienste:

Nach einer Einarbeitungszeit von 6 - 12 Wochen werden die neuen Kollegen im Bereitschaftsdienst eingesetzt. Eine Einführung in die Tätigkeit durch einen anderen diensthabenden Assistent wird im Rahmen des Arbeitszeitgesetzes unterstützt.

Aufgaben sind die Betreuung und die Versorgung der orthopädischen Patienten auf den Stationen und den Intensivstationen sowie in der Rehabilitationsklinik. Notwendige dringliche Operationen werden durch den Dienstarzt vorbereitet und begleitet. Am Wochenende werden tägliche Visiten durchgeführt. Ein Oberarzt im Rufbereitschaftsdienst steht ständig als Ansprechpartner zur Verfügung.

Fortbildung:

Es wird eine wöchentliche durch die Landesärztekammer Schleswig-Holstein zertifizierte Fortbildungsveranstaltung angeboten. Fächerübergreifend wird der aktuelle Stand wichtiger Themen durch hausinterne oder externe Referenten dargestellt. Diese Fortbildung wird während der gesamten Ausbildung fortgeführt.

Als externe Fortbildung muss der Strahlenschutzkurs durchlaufen werden, Kurse der Sonographie des Bewegungsapparates und / oder der Säuglingshüfte sowie Kurse zur beruflich-fachlichen Weiterbildung (z.B. Operationskurse der Arbeitsgemeinschaft Endoprothetik AE) werden unterstützt.

Orthopädisch-unfallchirurgische Weiterbildung

Durch die 4-jährige Weiterbildung im Anschluss an die Basisweiterbildung soll nach 6 Jahren die Facharztreife erreicht werden. Dabei werden die erworbenen Basiskenntnisse je nach Ausbildungsstand erweitert und vertieft. Der Assistenzarzt wird im Bereitschaftsdienst eingesetzt und sammelt dabei weitere Erfahrungen bei der operativen, konservativen und rehabilitativen Versorgung von Patienten.

Stationen:

Es erfolgt eine regelmäßige Rotation zwischen den Stationen, um möglichst umfassende Kenntnisse des gesamten orthopädischen Patientenspektrums zu erreichen. In den in der Rotation zu durchlaufenden Ausbildungsabschnitten werden auch die orthopädischen Patienten auf der Kinderstation mit betreut. Weiterhin stehen andere Assistenzärzte und der Oberarzt der Station als Ansprechpartner zur Verfügung.

Ambulanzen:

Durch Einbindung in die Spezialsprechstunden in der Orthopädischen Klinik werden die Kenntnisse in der Diagnostik und der Indikationsstellung sowie der Nachbehandlung in den verschiedenen orthopädischen Schwerpunkten erweitert. Im Rahmen des „special trunk“ wird auch die Kindersprechstunde unter Anleitung durchlaufen.

Operationstätigkeit:

Der Schwierigkeitsgrad der Operationen wird abhängig vom Ausbildungsstand schrittweise gesteigert, weiterhin werden alle Eingriffe unter Assistenz eines Oberarztes durchgeführt. Dabei erfolgt die Einführung in die primäre Endoprothetik der großen Gelenke. Daneben lernt der Assistenzarzt durch erste Assistenz auch bei schwierigeren Operationen das Spektrum der orthopädischen Chirurgie weiter kennen. Gegen Ende der Weiterbildung wird in Absprache mit dem Abteilungsleiter festgelegt, welche Eingriffe im Operationskatalog fehlen und bevorzugt durchgeführt werden müssen, um den Leistungskatalog zu komplettieren. Bei Einbindung in ein Spezialistenteam erfolgt eine zusätzliche vertiefte Ausbildung in einem Schwerpunkt wie z. B. der Schulterchirurgie oder der arthroskopischen Kniechirurgie.

Rotation:

Es erfolgt die Rotation in die Klinik für Unfallchirurgie und die Kinderorthopädische Klinik am Kinderkrankenhaus Hamburg Altona. Der genaue Zeitpunkt wird der personellen Situation angepasst. Davon abhängig wird festgelegt, ob die 6-monatige Tätigkeit in der Kinderorthopädischen Klinik am Kinderkrankenhaus Hamburg Altona und die 12-monatige Tätigkeit in der Unfallchirurgischen Klinik am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf zusammenhängend im Rahmen der Rotation oder getrennt voneinander erfolgen kann. Im Rahmen der Rotation erfolgt die Ausbildung in der Versorgung traumatisierter Patienten und die Komplettierung des Leistungskatalogs auf unfallchirurgischem Gebiet. Des weiteren findet eine Rotation in die hauseigene Rehabilitationsklinik statt, im Rahmen derer die Betreuung von Patienten in der Anschlußheilbehandlung sowie die sozialmedizinische Beurteilung orthopädisch operativ versorgter Patienten erlernt werden.

Lehre:

Der Assistenzarzt wird in die Lehre der Klinik für Orthopädie eingebunden. Zu den Aufgaben gehören insbesondere der Unterricht im Rahmen des Curriculums Orthopädie und Unfallchirurgie die Durchführung von studentischem Unterricht im bed-side-teaching, im Untersuchungskurs, in der Durchführung des begleitenden Orthopädie-Seminars und der Betreuung von Famulanten und PJ-Studenten.