Schulter- und Ellenbogenchirurgie

In der Orthopädischen Klinik erfolgt die konservative und operative Behandlung von sämtlichen Erkrankungen der Schulter und des Ellenbogens.

Schulter

Die operative Behandlung von Erkrankungen des Schultergelenkes hat in Bad Bramstedt eine lange Tradition. Unter Prof. Karl Tillman wurden besondere operative Behandlungsverfahren zur Therapie der rheumatischen Schulter entwickelt. So wurde z.B. die resizierenden Arthroplastiken des Schultergelenkes etabliert und damit ein wegweisendes Behandlungskonzept entwickelt, welches weltweit Akzeptanz gefunden hatte. Dieses Gedankengut und die langjährige Erfahrung auf diesem Gebiet halfen bei der Entwicklung neuer endoprothetischer Verfahren zur Therapie der Schultergelenksarthrose: Bereits vor über 10 Jahren erfolgte die Entwicklung eines eigenen Oberflächenersatzes an der Schulter. Die Durom-CupSchulterprothese hat mittlerweile internationale Verbreitung gefunden und gehört zu den am häufigsten verwendeten Oberflächenersatzprothesen am Schultergelenk. Der DUROM-Cup Oberflächenersatz wird mit oder ohne Ersatz der Gelenkpfanne zur operativen Behandlungen der Schulterartrose- oder arthritis mittlerweile routinemäßig verwendet. Inzwischen steht ein großes Repertoire an Schulterendoprothesen zur Verfügung, um für jeden Schweregrad die optimale Prothesenversorgung bieten zu können. Bei nicht ausreichender Knochenqualität im Oberarmkopf können moderne zementfreie oder zementierte schaftverankerte Prothesen implantiert werden, die auf Grund ihrer Modularität eine individuelle Wiederherstellung der Schulter ermöglichen.

Liegt neben der Arthrose eine ausgeprägter Schädigung der Rotatorenmanschette und eine Instabilität der Schulter vor, kommen inverse Schulterendoprothesen zur Anwendungen, mit denen sehr erfolgreich das Funktionsdefizit der Rotatorenmanschette ausgeglichen werden.

Aber auch nichtendoprothetische operative Verfahren werden in Bad Bramstedt durchgeführt: Entzündungen des Schleimbeutels unter dem Schulterdach (Bursitis subacromialis) können in der Regel durch eine Schulterarthroskopie behandelt werden.

Eine häufig sehr schmerzhafte Kalkeinlagerung in die Sehnen der Rotatorenmanschette (Tendinitis calcarea) ist ebenfalls den arthroskopischen oder ggf. auch offenen Operationstechniken zugänglich. Sehnendefekte der Rotatorenmanschette und Erkrankungen des Schultereckgelenkes können in der Regel offen und arthroskopisch rekonstruiert und behandelt werden. Weiterhin werden alle nicht gelenkersetzenden Schulteroperationen zur Behandlung bei der Rheumatoiden Arthritis wie Synovektomien offen oder arthroskopisch durchgeführt.

Einen besonderen Stellenwert hat in Bad Bramstedt die Nachbehandlung nach Schulteroperationen. Hierfür stehen hochqualifizierte Physiotherapeuten zur Verfügung, die in dem klinikeigenen Rehabilitationsbereich die Behandlung im Rahmen z. B. einer Anschlussheilbehandlung nahtlos fortsetzen können. Der Operateur betreut den postoperativen stationären Verlauf genau so wie die anschließende Rehabilitation. Unerwartete Verläufe oder Komplikationen können so schnell erkannt und therapiert werden.

Ellenbogen

Die operative Behandlung von Erkrankungen des Ellenbogens hat in Bad Bramstedt ebenfalls eine lange Tradition. Die rheumatische Destruktion des Ellenbogengelenkes wurde bereits Anfang der 70er Jahre erfolgreich operativ behandelt: Eine Vielzahl von gelenkerhaltenden Operationsverfahren wurden in dieser Zeit entwickelt: Prof. Karl Tillmann leistete auch hier Pionierarbeit. Das Wissen und die Behandlungsverfahren der Ellenbogenerkrankungen wurden stetig verbessert und verfeinert. Mittlerweile steht ein weites Spektrum an operativen Behandlungsoptionen zur Verfügung: Dazu zählen die arthroskopische und offene Entfernung freier Gelenkkörper, Entfernung der Gelenkinnenhaut bei Rheumatoider Arthritis (Synovektomie) einschließlich der Gelenkrekonstruktion und Arthroplastik, sowie die operative Behandlung von Gelenkinstabilitäten und Erkrankungen der Epikondylen („Tennisellenbogen“).

Bei fortgeschrittener Arthrose des Ellenbogengelenkes z.B. auf Grund von Rheumatoider Arthritis, als Folge von Frakturen oder Instabilitäten wird eine endoprothetische Versorgung des Gelenkes angeboten. Dabei steht für jeden Grad der Zerstörung des Gelenkes entsprechende Endoprothesen zur Verfügung: Ist die Gelenkfläche zerstört, der Bandapparat aber intakt, können ungekoppelte Ellenbogenendoprothesen verwendet werden. Ausgeprägte knöcherne Defekte oder fortgeschrittene Instabilitäten erfordern die Verwendung von teilgekoppelten Ellenbogenendoprothesen, die neben der Beweglichkeit und Schmerzfreiheit auch die Stabilität des Ellenbogengelenkes wiederherstellen können. Die operative Erfahrung wird um eine ebenso erfahrenes Team von Physiotherapeuten ergänzt, die in der postoperativen Phase entscheiden zum guten Ergebnis der Behandlung beitragen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Operateur und Physiotherapeut ermöglicht einen optimalen Heilungsverlauf.